Workshop - Konflikte
06.10.2007
Das ist doch schon fast nicht mehr wahr... oder? Zwei Wochen ist die Jugendfahrt unseres Bezirkes, die viel Freude bewirkt hat, nun her ohne das ein Bericht hier erschienen ist. Für diesen zeitlichen Engpass möchten wir uns entschuldigen.
Auch wenn es schon etwas her ist, wollen wir euch doch zumindest über den Workshop "Konflikte", den wir mit unserem BE Nieland erleben durften, berichten.

Nach einer kurzen Einleitung teilten sich die ca. 25 Teilnehmer in zwei Gruppen auf und erarbeiteten gemeinsam Antworten auf die Fragen:
  1. "Welche Gedanken und Gefühle bewegen euch, wenn ihr an das Wort Konflikte denkt?"
  2. "Was ist ein Konflikt?"
  3. "Welche Strategien kennt ihr / habt ihr, um Konflikte zu lösen?"
Alle Antworten könnt ihr unserer Bilderreihe entnehmen, hier nur eine Zusammenfassung.
"Konflikte sind negativ" war die erste Reaktion vieler Jugendlicher, doch auch die Alltäglichkeit und Unausweichlichkeit von Konflikten im Umgang mit anderen Menschen wurden genannt. Nach gründlicher Überlegung kam uns die Erkenntnis, dass Konflikte nicht nur schlecht sind, sondern uns dabei helfen, uns zu entwickeln, zu wachsen und unsere Grenzen zu bestimmen. Dabei stellten wir fest, dass Konflikte nur kurz andauern oder über viele Jahre ungelöst bleiben können.
Konflikte definierten wir als Streitpunkt, das Aufeinandertreffen zweier Meinungen, die nicht deckungsgleich sind. Interessant war auch der Gedanke, dass man Meinungsverschiedenheiten, also Konflikte mit sich selbst haben kann.
Einstimmiger Ansatz zum Lösen von Konflikten war für uns die Kommunikation der Beteiligten, aber zuvor überhaupt die Erkenntnis, dass es nötig ist, diesen Konflikt zu lösen und die Bereitschaft, dafür Kraft einzusetzen. Dabei kann auch die Zuhilfenahme eines Seelsorgers, in jedem Fall aber immer das Gebet sinnvoll sein. Als Maxime der Konfliktlösung wurde der Gedanke an das Heilige Abendmahl wach. Hier stellt sich einerseits die für uns unumgängliche Notwendigkeit, dem Anderen zu vergeben, andererseits erhalten wir hier aber auch die Kraft, Konflikte zu lösen und einander die Hände zu reichen.

Nach den Vorträgen stellte BE Nieland das viel bekannte "Eisbergmodell" vor, welches uns vor Augen führt, dass ein Mensch nur zu Bruchteilen aus dem besteht, was wir sehen oder auf Anhieb erfahren können. In jedem steckt viel mehr - viel Unsichtbares.
Anschließend erhielten wir durch unseren BE einen interessanten Hinweis zu Konflikt-Lösungsmöglichkeiten, die maßgeblich davon abhängen, wieviel unserer Energie wir für die Interessen und Wünsche des Anderen und unsere eigenen aufbringen. Dabei gibt es immer mindestens einen Benachteiligen, abgesehen von der sogenannten "Win-Win-Situation", bei der die Energie in beide Richtungen hoch ist. Dies sollte stets unser Ziel sein, auch wenn wir es nicht immer erreichen können. Der Schlüssel dazu ist sich in den Anderen hinein zu versetzen und nach seiner Motivation zu fragen.

Beschlossen wurde dieser Workshop mit einem Wort unseres Stammapostels: "Die Qualität unseres Zusammenlebens wird nicht dadurch bestimmt, dass wir als Christen keine Konflikte haben, sondern durch die Bereitschaft, diese gemeinsam lösen zu wollen!"